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Herzlich willkommen im Gmünder Weltladen

Wir freuen uns über Ihr Interesse. Auf den folgenden Seiten wollen wir Sie darüber informieren,

  • was Sie im Gmünder Weltladen kaufen können, woher unsere Waren kommen und wie die Menschen leben, die sie herstellen (Sortiment),
  • von welchen Handelspartnern wir unsere Waren beziehen (Laden/Handelspartner),
  • wer wir sind, wie wir unsere Arbeit verstehen und wie wir arbeiten (Laden, Wir über uns),
  • wie Sie mit uns Kontakt aufnehmen können.

Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen beantworten können und Sie bald persönlich
im Gmünder Weltladen begrüßen dürfen.

Wir können nicht die Welt verändern

Der Weltladen in Schwäbisch Gmünd wurde 1979 gegründet – ein guter Grund, das Schwabenalter zu feiern

- Auszug aus dem Artikel in der Rems Zeitung vom 07.05.2019 von Edda Eschelbach

Es geht um fairen Handel. Doch hinter dem Begriff „fair“ steckt weit mehr. Seit 40 Jahren arbeiten Menschen in Gmünd ehrenamtlich dafür, dass Menschen in Entwicklungsländern von ihrer Arbeit leben können. Und das ist nur ein Aspekt des Weltladens.

 Wie so oft wäre auch der Weltladen am Kalten Markt ohne ein großes ehrenamtliches Engagement längst nicht mehr zu halten. Doch die rund 40 Frauen und Männer, die ihre Zeit und Kraft in die Entwicklungshilfe stecken, verbindet eine gemeinsame Lebenseinstellung, eine gemeinsame Haltung zum Leben.

„Wir können nicht die Welt verändern“, sagt die Vorsitzende des Vereins Weltladen, Cordula Reichert. Aber das Leben vieler Menschen in den den armen Ländern dieser Erde, „dem globalen Süden“, wie sie es nennt, wird besser durch den fairen Handel, dieses wichtige Instrument gegen Armut. Doch was steckt dahinter? „Laut unserer Satzung verpflichten sich die Mitglieder, den Weltladen zu unterhalten, um Kleinproduzenten in Entwicklungsländern zu stärken, indem sie den Markteintritt in Industrieländer bekommen“, beschreibt Reichert die Arbeit des Vereins.

Die Kontakte zu diesen Kleinproduzenten werden über die Importeure hergestellt, die sich dem fairen Handel verschrieben haben. Diese Unternehmen geben eine Vorfinanzierung für Samen oder für Materialien für Kunsthandwerk, um den Menschen den Einstieg zu ermöglichen.

Und sie kontrollieren vor Ort die faire Handelskette. Dabei werden auch die Arbeitsbedingungen überprüft. Fairer Handel bedeutet nämlich auch die Einhaltung von Arbeits- und Mutterschutz und ein Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit, die den Schulbesuch verhindert. Mit den Produzenten werden langfristige Abnahmeverträge geschlossen und Preise, die – abgesehen von kurzfristig möglichen Schwankungen – über den Weltmarktpreisen liegen. Der Mehrpreis fließt in den Bau von Schulen, Krankenstationen, Brunnen und Latrinen.

Der Gmünder Weltladen ist Mitglied im Dachverband Weltladen, dem wiederum deutschlandweit 800 Weltläden und entsprechende Initiativen angehören. Dieser ist nur wenig älter als der Gmünder Verein. Bei seiner Gründung – damals als „Aktion für Partnerschaft im Weltmarkt“ – befand sich der Weltladen noch in der Imhofstraße und war quasi noch eine Art Mysterium. Der faire Handel war noch lange nicht in aller Munde und schon gar nicht die fair gehandelten Produkte. Das damals formulierte Ziel hat bis heute Gültigkeit: Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit durch den Handel mit Produkten aus Entwicklungsländern. Das zweite Domizil des Weltladens wurde 1984 ein Ladengeschäft in der Münstergasse. Seit 2001 gehört der Ostalbkaffee fest zum Sortiment. „Den trinken auch Oberbürgermeister Richard Arnold und Landrat Klaus Pavel“, plaudert Cordula Reichert aus dem Nähkästchen.

2008 veränderte sich nicht nur der Name in „Gmünder Weltladen“, gleichzeitig wurden die Öffnungszeiten erweitert. Das jetzt durchgehend geöffnete Geschäft etablierte sich weiter, eroberte sich immer mehr Stammkundschaft und forderte auch einen höheren zeitlichen Einsatz. „Wir arbeiten in drei Schichten, bestenfalls mit jeweils zwei Mitgliedern des zwanzig-köpfigen Ladenteams“, berichtet die Vereinsvorsitzende.

Der Verein engagiert sich allerdings auch innerhalb der Stadt. Er hat sich eine Selbstverpflichtung in die Satzung geschrieben: Bildungsarbeit. „Wir erklären Schülerinnen und Schülern unsere Arbeit und veranschaulichen das Leben der Menschen in Entwicklungsländern“, erzählt Cordula Reichert. Dazu geht das Weltladen-Team auch in die Schulen. Die Bildungsarbeit wird den jeweiligen Altersstufen angepasst. „Wir hatten auch schon eine Kita-Gruppe hier. Da haben wir mit Handpuppen gearbeitet. Kinder gehen mit den Informationen viel emotionaler um als Erwachsene“, weiß Reichert. So wird schon bei den Kleinsten ein Bewusstsein gefördert für die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen weltweit. Und der Verein ist lokal gut vernetzt über den AK Eine Welt, dem auch der AK Asyl, die Friedenswerkstatt, der Weltgarten und die Waldorfschule angehören.

Persönlich kennenlernen können die Mitglieder des Gmünder Weltladens die Menschen, deren Produkte sie vertreiben, kaum. „Das können wir einfach nicht leisten“, sagt Cordula Reichert. Doch dieses Jahr ist Reiner Focken-Sonneck vom Öffentlichkeitsteam nach Mexiko gereist und hat sich die Produktion des Ostalbkaffees vor Ort angeschaut. Dort profitiert zum Beispiel die Kaffeebäuerin Sabita Silvia Rodriguez, als Mitglied der Kaffeegenossenschaft ISMAM, von den fairen Preisen, die sie für ihre Kaffeebohnen erhält. Die Weltläden in der Region ermöglichen ihr und ihrer Familie ein geregeltes Einkommen. Mädchen, die früher mehr Ware als Mensch waren, die auf den Philippinen sexuell misshandelt oder inhaftiert wurden, bekommen im Kinderschutzzentrum Preda ein neues Zuhause, erhalten Therapien und eine Zukunft. Dieses Engagement unterstützt zum Beispiel, wer im Gmünder Weltladen getrocknete Mango der Firma dwp („die WeltPartner“) kauft. Das Team des Gmünder Weltladens arbeitet seit 40 Jahren gegen die Not in vielen Entwicklungsländern an. Die Produkte – ob Lebensmittel, Schmuck, Kunsthandwerk oder Kleidung – kommen aus Ländern in Süd- oder Mittelamerika, aus Südafrika – werden seit 40 Jahren zu fairen Preisen in Gmünd gehandelt. Der Gewinn ist überschaubar, weiß Cordula Reichert. Ohne Ehrenamtliche gäbe es den Laden nicht.

Um so mehr Grund, das 40-jährige Bestehen zu feiern. Am Samstag, 11. Mai, beginnt der Jubiläumsverkauf. Der Weltladen ist dann auch bis 16 Uhr geöffnet. Neben Häppchen, Kaffee und Kuchen gibt es eine Schokoladenverkostung und fair gehandelte Rosen. Eine tolle Geste ist die Verköstigung der Wahlhelfer. Weltladen und Stadtverwaltung finanzieren schön gefüllte Taschen, die an alle Wahlhelfer und –helferinnen verteilt werden.